Eine Katze im Hotel

Eine unserer Patientenhalterinnen erzählte mir eine sehr nette Geschichte, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Sie lebt mit zwei Katzen in der Nähe eines Hotels. Eine ihrer Katzen benötigt regelmäßig ein Medikament. Nach einiger Zeit war genau diese Katze jedoch für ein paar Tage abgängig. Die Sorge war groß, es wurden Zettel aufgehängt. Schließlich meldete sich eine Angestellte eines nahe gelegenen Hotels. Die Katze wäre quasi dort eingezogen.
Die Halterin machte sich also auf den Weg, es war tatsächlich ihre Katze und sie nahm sie mit nach Hause. Ein paar Tage später war die Katze jedoch wieder verschwunden. Nun führte sie der Weg direkt ins Hotel. Und siehe da: Die Hotelangestellten kannten ihre Katze alle bereits, war sie doch vorher wohl auch schon öfter dort gewesen, aber immer wieder abends heim gegangen. Nachdem sie jedoch festgestellt hatte, wie schön es sich in frisch bezogenen Betten schläft, hatte sie die Übersiedlung beschlossen. Sie wurde dort ebenfalls gefüttert und einige Hotelgäste freuten sich über den pelzigen Besuch.
Doch was war mit den wichtigen Medikamenten? Die Halterin macht sich jetzt jeden Tag auf ins Hotel und füttert ihre Katze mit der Medizin. Die Katze kommt auch immer wieder für längere Zeit heim. Aber wenn sie mal ausbleibt, dann ist sie wohl wieder ins Hotel gezogen. Da sag nochmal einer, Katzen seien keine Diven…

In diesem Sinne
Ihre Tierarztfrau

Zwei Wonneproppen

Vor ein paar Wochen hatten wir an einem Freitag Notdienst. Es war sehr viel zu tun und Samstag früh kam noch ein Anruf kurz vor Ende. Eine kleine Chihuahua-Hündin hatte Probleme mit der Geburt. Die Halterin kam mit der Hündin rein und wir gaben wehenfördernde Mittel. Als das nichts half, war schnell klar, dass wir noch einen Kaiserschnitt machen würden.
Ein Kaiserschnitt ist immer eine knifflige Sache. Alles muss präzise vorab geplant sein, damit es ab dem ersten Schnitt ruck-zuck geht. Denn sobald die Narkose bei der Hündin eingeleitet wird, kann diese über die Nabelschnur auch die Jungen erreichen. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass diese durch einen Atemstillstand nicht überleben. Und auch im besten Fall kann es jederzeit Komplikationen geben. Mein Mann und ich waren dementsprechend etwas angespannt. Es ging jedoch alles gut und wir brachten zwei kleine Wonneproppen auf die Welt. Diese waren sofort richtig munter und schrien nach ihrer Mama. Bis diese jedoch wieder wach war, dauerte es noch ein bißchen. Schließlich war sie jedoch auch soweit und man konnte richtig sehen, dass sie gar nicht wusste, wie ihr geschah, als sie plötzlich ihre Welpen vor sich sah. Zufrieden und letztlich todmüde nach dieser Nacht schickten wir die drei mit ihrem Frauchen nach Hause. Es ist sehr schön, wenn es auch mal solche schönen Geschichten in der Praxis gibt, oft genug bringen wir schlechte Nachrichten.
Ein paar Wochen später waren sie zum Gesundheitscheck da. Allen geht es gut und die zwei Welpen, ein Junge und ein Mädchen sind putzmunter.
Die Fotos direkt nach der Geburt und vor ein paar Tagen möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Ich bitte die Qualität zu entschuldigen, es war unmöglich, alle gut abzulichten.

Ihre Tierarztfrau

Quappi-Alarm 2

Bei einem unserer Spaziergänge in der Waldau machten wir eine Entdeckung: Die Pfützen trocknen aus. Und die darin lebenden Kaulquappen erst recht. Es waren dies mal aber so viele, dass wir uns entschlossen haben, sie im Wald umzusiedeln. Hier kommen ein paar Bilder unserer Umsiedlungsaktion:

Wenn Sie also eine Pfütze mit Quappis sehen: Mitnehmen und in einem Teich aussetzen. Bei schönem Wetter trocknen die sonst alle aus.

In diesem Sinne gute Rettung
Ihre Tierarztfrau

Ein kleines Wunder

Vor einiger Zeit hatten wir einen Kater in unserer Praxis, der nicht mehr pieseln konnte. Es stellte sich heraus, dass er die Blase voll hatte mit Kristallen und auch sein Penis mit diesen ausgekleidet war. Das verursachte ihm natürlich solche Schmerzen, dass er nicht aufs Klo ging.
Mein Mann operierte ihn, alles schien gut. Einen Tag nach der OP war der Besitzer mit dem Kater aber wieder da: Er pieselte nicht. Wir nahmen Mo (Name von der Redaktion geändert 😉 ) mit nach Hause als Pflegegast. Mein Mann legte ihm einen Katheter als Dauerentlastung der Blase. Alles schien gut. Mo zog sich nach zwei Tagen selbst den Katheter, aber: kein selbstständiges Pieseln. Mein Mann legte Mo schlafen, um zu schauen, ob er denn im entspannten Zustand Wasser lassen konnte und siehe da: Es lief. Wieder wach das gleiche Spiel. Wir legten erneut einen Katheter und besprachen mit dem Besitzer eine Frist von erneut zwei Tagen, wenn Mo dann nicht selbstständig seinen Geschäften nachgehen würde, müsste man darüber nachdenken, ihn zu erlösen, denn ein Katheter ist keine Dauerlösung und im wachen Zustand ließ sich die Blase nicht ausdrücken (was man ja sonst auch machen könnte bei Katzen, die es zulassen). Mein Mann hatte wirklich jegliche sonstige Ursache ausgeschlossen – wenn die Entlastung durch den Katheter nicht zur Problemlösung führen würde, wäre das ein Dauerzustand und dementsprechend nicht tragbar.
Am Abend vor dem vereinbarten Termin zogen wir den Katheter. Mo war noch immer bei uns. Er lebte frei im Gastzimmer, mit sauberem, schicken Klo, Wasser, Aussicht nach draußen und stündlichen Besuchen von uns – wobei der Blick von uns immer zuerst ins Klo ging. Aber: Das Klo blieb unberührt. Nachts bin ich heimlich schauen gegangen, weil ich nicht schlafen konnte. Der Kater war uns wirklich ans Herz gewachsen. In der Nacht und direkt am nächsten Morgen hatte sich jedoch immer noch nichts getan. Um halb Acht wollten wir los fahren in die Praxis. Um sieben bin ich zu Mo nochmal rein und habe mit ihm Tacheles geredet. „Mo, wenn Du jetzt nicht sofort pieselst, sieht es echt schlecht für Dich aus.“ Ich kam mir ein bißchen albern vor, aber ich dachte, vielleicht weiß er ja nicht, was wir erwarten. 🙂

Als mein Mann ihn um halb Acht einpacken wollte, war das Wunder passiert. „Christiane, komm mal schnell.“ Wie ein kleines Weltwunder freuten wir uns über das benutzte Klo. (Dass ich das mal so schreiben würde…) Mo hatte alles gegeben und seine Blase entspannt auf dem Klo geleert. Wir konnten ihn seinem sehr glücklichen Besitzer übergeben. Was soll ich sagen: Wir freuen uns immer noch über dieses kleine Wunder.

In diesem wunderbaren Sinne: Ihre Tierarztfrau

 

Der Herzenskater

Ich erzähle heute eine Geschichte aus zweiter Hand. Ein Bekannter von mir hat zwei Katzen. Eine Katze und einen Kater. Der Kater ist ein großer Freigänger. Als Nemo jedoch zwei Tage nicht mehr daheim erschien, haben seine Frau und er sich große Sorgen gemacht. Sie gingen ein paar Mal abends durch die Gegend und riefen nach Nemo. Es war jedoch nichts zu hören. An einem leer stehenden Haus meinte das Herrchen jedoch, etwas zu hören. Frauchen spitzte die Ohren, hörte jedoch nichts. Sie gingen weiter. Nach einer zweiten und dritten Runde wollten gingen sie erstmal nach Hause. Das leer stehende Haus ließ meinem Bekannten jedoch keine Ruhe. Schließlich überredete er seine Frau, doch nochmal an dem Haus zu schauen. Wieder hörten beide nichts. Nach einem kurzen Moment erschien an einem der Fenster jedoch eine Pfote, dann eine zweite: Siehe da, Nemo war ins Haus gelaufen, als dies leer geräumt worden war und drinnen eingesperrt worden. Die Feuerwehr befreite ihn schließlich.

Die Frau meines Bekannten meinte dann: „Du hast ja Ohren wie ein Luchs.“

Da lächelte Nemos Herrchen: „Nein, habe ich nicht. Ich habe ihn mit meinem Herzen gehört.“

Diese schöne Geschichte wollte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Eine schöne Karwoche wünscht

Ihre Tierarztfraucat-932237_1920

 

Tierärzte sollten keine Jogginghose tragen

Heute erzähle ich mal eine kleine Geschichte aus der Praxis – zumindest hat sie im weitesten Sinne damit zu tun.

Wir hatten Notdienst. Mein Mann war daheim und wollte gerade Sport machen, als ihm und mir auffiel, dass wir noch gar keinen Anruf erhalten hatten. Ich rief in der Praxis an und siehe da: Der Anrufbeantworter war nicht an. Mein Mann fuhr, in Jogginghose, direkt los, um ihn einzuschalten, damit Anrufer wussten, wie sie uns erreichen könnten.

Auf dem Rückweg sah er auf der Trierer Straße in Höhe Melbbad einen kleinen, herrenlosen Hund über die Straße laufen. Er hielt an und wollte ihn einsammeln. Es war offensichtlich, dass er nicht ausgesetzt worden war, sondern vermutlich einfach aus einer offenen Haustür entwischt und vom Besitzer noch nicht bemerkt. Hinter ihm hielt ein weiteres Auto an. Eine Frau stieg aus. Das Gespräch lief dann folgendermaßen:

Sie: „Ich habe Sie beobachtet.“
Mein Mann: „Wobei denn?“
Sie: „Sie haben den Hund eingesammelt.“
Mein Mann: „Genau. Ich bin Tierarzt und bringe den jetzt in meine Praxis, um den Chip abzulesen und den Besitzer zu informieren.“
Sie (meinen Mann von oben bis unten musternd): „Sie sind doch kein Tierarzt.“
Mein Mann reichte ihr seinen Tierarztausweis.
Sie: „Aber hier oben (sie meine die Tierarztpraxis Selzer) ist doch ein Tierarzt. Bringen sie den Hund doch dahin.“
Da hätte sich der Kollege aber gefreut. Er hatte nämlich, im Gegenzug zu meinem Mann, keinen Notdienst.
Mein Mann war mittlerweile so genervt, dass er ihr den Hund in die Arme drücken wollte mit dem Kommentar: „Dann nehmen Sie ihn doch bitte.“
Das wäre übrigens sehr lustig geworden. Denn sie hätte bestimmt den Tierarzt im Notdienst angerufen. Und wer wäre das gewesen? Richtig, mein Mann, der Tierarzt in Jogginghose, der trotz Tierarztausweis nie und nimmer ein Tierarzt sein konnte.
Den Hund nehmen wollte sie nun aber auch nicht. Schließlich packte mein Mann den Hund ein, fuhr in die Praxis, der Chip war jedoch nicht registriert. Also brachte er den kleinen Mann ins Tierheim. Dort hatte die Frau übrigens schon angerufen, vermutlich immer noch in der Annahme, mein Mann sei ein Hundefänger.

Nicht, dass mich jemand falsch versteht: Ich finde es sehr gut, dass die Frau sich eingesetzt hat, dass der Hund nicht von jemandem „geklaut“ oder mitgenommen wird und nicht einfach weggesehen hat.
Als mein Mann mir daheim die Geschichte erzählt hatte, musste ich herzlich lachen. Mein Mann schließlich auch. Das letzte Wort hatte er dann: „Das nächste Mal zieh ich mich doch lieber um.“

In diesem Sinne
Ihre Tierarztfrau

Conetti, Milli und Granny

Heute schreibe ich mal ein Plädoyer für alte Katzen. Wir haben bisher drei alte Katzen aus dem Tierheim geholt, damit sie dort nicht sterben. Alle drei waren sehr krank. Wie ist das, wenn man eine kranke Katze holt? Ist das nicht schlimm, wenn man weiß, dass die nicht mehr lange lebt? Könnte ich das? Das habe ich mich gefragt. Und dann Conetti geholt. Der erste von bisher dreien.

Conetti

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Conetti (rechts im Bild, schwarz-weiß) war ein alter Katzenmann. Als er bei uns ankam, wollten wir erst unsere vorhandenen Katzen langsam an ihn gewöhnen. Aber das klappte nicht, weil er ungern in seinem Zimmer bleiben wollte. Also einfach probieren: Tür auf, Kater raus, Hund begrüßt, Kater 1 (Murkel) begrüßt und von Anton angefaucht. Ging doch.
Conetti war rund 15 Jahre, klapperdürr, nierenkrank, bauchspeicheldrüsenkrank und hatte es am Herzen. Herjeh! Ich habe Foren gelesen, meinen Mann ausgefragt, Fachliteratur hinzugezogen und kenne mich mittlerweile mit niereninsuffizienten Katzen gut aus. Er hatte noch neun Monate bei uns. Mit einem neuen Zuhause ist er nochmal richtig aufgeblüht, ist über unsere Wiese gehüpft, hat auf meinem Kopfkissen geschlafen, ist mit uns in Urlaub gefahren und hatte Spaß am Leben.
Als es soweit war, waren seine Nierenwerte im Orbit und er kam schließlich hinten nicht mehr hoch. Wir haben ihn dann erlöst.
Das war sehr, sehr traurig. Mein Mann und ich haben einige Zeit gebraucht, um den liebenswerten Katzenmann nicht mehr zu betrauern. Nach einem Jahr war dann klar, dass Conettis Platz nun ein Hospizplatz sein würde. Wir würden immer mal wieder eine alte, kranke Katze holen. Das war dann als nächstes Milli.

Milli

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Milli habe ich im Tierheim Düsseldorf gefunden. Alt – natürlich. Krank: da hat sie ganz laut hier geschrien. Niere, Herz, blink und angeblich taub. Das Taubsein hatte sich jedoch mit dem ersten Tütenrascheln erledigt. Milli kam mit ihrer Blindheit gut zurecht. Zwar nicht so perfekt, wie es manche schreiben, aber sie konnte sich frei bei uns im Haus bewegen und ging sogar raus, wenn ich draußen war.
Die erste Begegnung war wie gewohnt: Odin wurde begrüßt, Murkel beschnupperte sie und Anton fauchte. Das stellte er auch während ihrer gesamten Anwesenheit nicht ab. Ich glaube, ihre riesigen Pupillen machten ihm einfach Angst, weil das in der Katzensprache ja eigentlich auf Aggression hindeutet.
Milli hatte leider nur drei Monate bei uns. Ihre Nierenerkrankung war zu weit fortgeschritten. Sie genoß aber noch das Schlafen in der Sonne, trank am liebsten aus unserem Teich und schlief selig auf meinem Arm. Sie verstarb, bevor wir sie erlösen konnten. Und man gewöhnt sich nicht daran, es ist immer wieder traurig.

Granny

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Unser Hospizplatz wurde dann mit einer ganz charmanten, alten Dame besetzt. Granny haben wir aus dem Tierheim Bonn geholt. Sie war nierenkrank, bauchspeicheldrüsenkrank und hatte, wie sich letztlich herausstellte, Tumore in der Leber.
Granny verstand sich als allererste mit allen unseren Jungs gut. Selbst Anton kam und begrüßte sie mit einmal beschnüffeln. Granny war vor allem eins: verschmust. Sobald man irgendwo saß, kam sie auf den Schoß. Es war auch egal, ob da schon jemand lag. Alt und dreist, aber einfach liebenswert. Granny hatten wir vier Monate. Sie stellte am Ende das Fressen ein und wir konnten sie mit allen verfügbaren Medikamenten und Zureden nicht davon überzeugen, wieder anzufangen. Wir haben sie erlöst, bevor sie vor unseren Augen verhungert ist. Granny ist in unserem Garten vergraben, eingekuschelt in ihre Lieblingsdecke.

Was bleibt zu sagen: Jede dieser Katzen/Kater war einmalig. Der Charme eines älteren Wesens muss man erlebt haben. Natürlich bringt das auch viele Sorgen mit sich und sicher auch einige Tierarztkosten (da kann man bestimmt auch was mit dem jeweiligen Tierheim verabreden, wenn man so eine Katze übernimmt). Zudem bedeutet es auch oft Mehraufwand, anderes Futter, mehr Katzentoiletten oder sonstwas, um die Befindlichkeiten der Senioren zu bedienen. Aber wenn dann ein Senior/Seniorin ermattet nach den Wirrungen und Anstrengungen des Tages auf meinem Bauch eingeschlafen ist, das Köpfchen abgelegt in der Hand und ich den kleinen Atem auf meiner Handfläche gespürt habe – dann war es das alles wert.

Welche Tiere hat ein Tierarzt?

Heute möchte ich mal unsere tierischen Mitbewohner vorstellen.

Der erste in der Runde ist Murkel, Chefkater und Streuner.

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Murkel kam als Fundkaterchen zu uns, zu klein, um selbst zu fressen. Wir haben ihn mit der Flasche groß gezogen. Er ist der Chef von allen und kann Sitz und Pfötchen geben. Wenn er sehr glücklich ist, sabbert er alles voll.

Anton ist der zweite Kater, der zu uns kam. Er ist unser kleiner Wombat, ängstlich bei Fremden und total verschmust bei uns. Er könnte aus Versehen Wohnungskatze sein und tut für sein lauwarmes Wasser mit einem Schuss Milch fast alles.

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Als dritten im Bunde gibt es unseren Odin. Als er zu uns kam, war er zwei Jahre alt und seine Vorbesitzer konnten seine OP nicht bezahlen. Sie wollten ihn dann ins Tierheim abgeben, woraufhin er jedoch bei uns gelandet ist. Er ist ein Zwergpudel und liebt von Mensch bis Tier alles, was ihn nicht gerade angreift. Auf dem ersten Bild sieht man Odin, wie er aussah, als er bei uns ankam.

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Unser Hospizplatz ist derzeit besetzt von Granny. Sie ist ungefähr 15 Jahre alt, ist nierenkrank, bauchspeicheldrüsenkrank und die Schilddrüse ist auch nicht okay. Derzeit geht es ihr aber ganz gut. Seit sie da ist, gehören alle Schlafplätze in Bodennähe ihr. Sie liebt es, auf dem Schoß zu liegen, wird jeden Abend durchgekrault und schläft dann zufrieden auf uns ein.

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Außerdem gibt es noch die vier Damen aus dem Kinderspielhaus (umfunktioniert zur Luxushühnervilla). Zwei Zwerg- und zwei normale Wyandotten, die uns mit frischen Eiern versorgen. Sie sind ziemlich zahm, was vor allem daran liegt, dass ich das richtige Leckerchen zum Bestechen gefunden habe: getrocknete Mehlwürmer.

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Dann haben wir noch ein paar Nanofische in einem Nanoaquarium.

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Und im Keller wird gerade Eddie, the Igel auf seinen Winterschlaf vorbereitet. Ihn fotografiere ich nicht, da ich ihn möglichst wenig stören will. Er kam mit 198g zu uns und wiegt jetzt nach drei Wochen bereits 420g. Sein Gehege wird jeden Tag frisch gemacht, er bekommt frisches Futter und Wasser und alle drei Tage wird er gewogen. Das Bild ist nur ein Platzhalter. Nächstes Frühjahr wird er wieder ausgewildert.

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Wir lieben alle sehr und freuen uns über jeden Tag mit ihnen. Auch wenn es viel Arbeit macht: Ich möchte es nicht anders haben.

In diesem Sinne
eine sehr zufriedene Tierarztfrau

Der Pudel und die Ente

Unser Odin ist ein Zwergpudel, ursprünglich also ein Jagdhund, der die Beute aus dem Wasser holte. Nur unser Pudel weiß das nicht. Also steht er mit den Füßen im Wasser und jammert, wenn mein Mann und ich schwimmen gehen wollen. Einer muss bei ihm bleiben, das macht er nicht mit.
Mit viel Überredung geht er immerhin seinen Ball aus dem Wasser holen. Dóch schließlich überkam es ihn…

Wir waren in Slowenien am See unterwegs wandern. Auf dem See tummelten sich ein paar Enten, am Ufer einige Besucher, ein Paar auch mit Pudel. Die beiden Pudel beschnupperten sich, wir unterhielten uns mit dem Paar. Da gab es ein lauter „Platsch“ und der Pudel war ins Wasser gesprungen – einer Ente hinterher. Für eine Sekunde war der Jagdtrieb durchgebrochen, jedoch tatsächlich auch nur für die Sekunde. Umgehend schwamm er nämlich ans Ufer, schüttelte sich und beachtete die Enten den Rest des Nachmittags nicht mehr.
Immerhin wussten wir nun, dass unser Pudel sicher schwimmen kann, auch wenn er sich anstellt, als wäre er aus Zucker.

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In diesem Sinne ein gutes Hundeschwimmen

Ihre Tierarztfrau