Elli Besoffski

Unsere Elli kennen Sie ja schon, die dreibeinige, rumänische Straßenhündin. Und in einigen Geschichten konnten Sie ebenfalls bereits erleben, dass sie nicht nur viel Quatsch im Kopf hat, sondern vor allem eins: Essen.

Ich lagere im Keller unserer Vorräte. Gut verstaut. Irgendwann habe ich aber mal getrocknete Brotplatten, ich glaube, es war so etwas ähnliches wie Schüttelbrot. Als dann einmal die Kellertür offen stand, kam es, wie es kommen musste: Elli schlich in die Keller und versuchte, das Brot zu fressen. Dabei stieß sie eine Flasche um, in der ein Drittel Eierpunsch übrig war. Der roch sooo viel besser als das trockene Brot. Als mein Mann nach geraumer Zeit misstrauisch wurde, wo Elli denn wohl stecken könnte, fand er sie, wie sie gerade die Reste aufleckte. Da er unsicher war, ob sie auch Glasscherben gefressen hatte, wollte er sie in der Praxis dazu bringen, sich zu übergeben.
Ich war in der Zeit bei der Versammlung des Stadtmarketings Kessenich, als er mich anrief. Ich brach natürlich sofort auf und traf die beiden auf einer kleinen Wiese in der Nähe der Praxis. Mein Mann begrüßte mich: „Ich warte nur darauf, dass sie sich übergibt. Sie schwankt schon, aber es kommt noch nichts.“ Ich musste lachen. „Die schwankt, weil die besoffen ist.“ Mein Mann schaute mich mit großen Augen an. „Oh man, na klar!“ Durch seine Sorge wegen der Scherben hatte er gar nicht mehr an den Alkohol gedacht. Der zeigte bei Elli seine Wirkung. Schließlich übergab sie sich aber und ihr gesamter Mageninhalt kam zu Tage. Es waren keine Scherben drin. Das, was im Röntgen vermeintlich danach aussah, war Rinde, die Elli gerne vom Baum kaut.

Ende gut, alles gut. Ach ne, unser Besoffski hatte am nächsten Morgen einen echten Kater und war ein ganz arm Dier. 🙂

Ihre Tierarztfrau

Ein Gedanke zu „Elli Besoffski

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