Muri auf Reisen, Teil 3

Während unseres Aufenthalts in Tiflis haben wir mit Muri nochmal einen Tierarzt besucht und natürlich auch das Tierheim, mit dem wir Kontakt aufgenommen hatten.

Ein Tierarztbesuch in Georgien ist ganz anders als in Deutschland. Man kommt ohne Termin, meldet sich an und wartet dann vor der Tür. Die Behandlung findet in einem großen Raum statt, in dem mehrere Behandlungstische nebeneinander stehen. Privatsphäre gibt es dabei nicht. Aber das bedeutet nicht, dass die Tiermedizin deswegen schlechter ist. Und die Tierhalter, die mit ihren Tieren zum Tierarzt gehen, sind genau wie Sie und ich. Wenn man die ganzen unbeachteten Straßenhunde sieht, könnte man denken, dass Tiere allgemein nicht so hoch im Kurs stehen. Aber zumindest in der Hauptstadt scheint sich ganz langsam etwas zu tun. Wobei es hier auch am meisten Straßenhunde gibt. Doch gelegentlich sieht man einen Georgier mit einem Hund an der Leine spazieren gehen, meist leider ein Rassehund.

Ich habe mich schon länger gefragt, wie man am sinnvollsten mit dem Thema Straßenhunde umgeht. Für mich ist es keine Lösung, alle Hunde nach Deutschland zu holen (ja, Muri kommt auch, aber damit starten wir keinen Dauertransport von Georgien nach Deutschland). Daher finde ich den Ansatz der Dog Organization Georgia so gut, die vor allem auf Aufklärung setzen und Hunde in Georgien zu vermitteln versuchen.


Hier finden Sie ein paar Bilder des Tierheims:

Hier gibt es noch einen Imagefilm des Tierheims:

Sara trägt das schwarze Shirt und betreut im Moment unsere Muri. Wir stehen derzeit wegen vieler Organisationsdetails dauernd in Kontakt und sie ist unglaublich nett und liebt Tiere über alles.

Georgien ist weit weg und wir machen natürlich auch Tierschutz hier vor der Tür. Aber wenn Sie einmal die ganzen Straßenhunde und das Elend vor Ort gesehen haben, lässt Sie das nicht mehr los. Zumindest geht es mir so. Daher stecke ich im Moment viel Energie in die Hilfe vor Ort. Denn diesmal kann ich nicht nur Geld spenden, sondern auch sehr sinnvoll meine Zeit und mein Organisationstalent einsetzen. Hier braucht jemand Hilfe, der wirklich gute Arbeit macht.

Und einen Dialog zu dem Thema aus einem Taxi zwischen uns und dem Taxifahrer möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:
Wir steigen ins Taxi auf dem Weg in die Tierarztpraxis. Nach der Begrüßung schaut der Fahrer nach hinten:
„Das ist ja ein kleiner Hund. Wie alt ist er?“
„Sie ist acht Wochen.“
„Ist das ihr Hund?“
„Wir haben sie auf der Straße gefunden und bringen Sie zum Tierarzt. Sie wird hier auf eine Pflegestelle gehen und im Januar kommt sie nach Deutschland.“
„Oh, das ist aber nett von Ihnen. Ja, die Straßenhunde in Georgien sind sehr viele.“
„Ja, das stimmt.“
„Gibt es in Deutschland Straßenhunde?“
„Nein, wir haben keine Straßenhunde. In unseren Tierheimen werden auch keine Tiere getötet. Und die Hälfte aller Menschen, die einen Hund oder eine Katze suchen, gehen zuerst ins Tierheim und schauen dort.“

Kurzes Schweigen, dann brach es aus ihm heraus:
„Es gibt keine Straßenhunde?“
„Nein.“
„Nicht einen einzigen?“
„Nein, wenn ein Hund ohne Herrchen rumläuft, wird er eingesammelt und ins Tierheim gebracht und dann kommt entweder das Herrchen oder der Hund wird neu vermittelt.“
„Keine Straßenhunde“, und er schüttelt den Kopf. „So weit ist Georgien nicht.“

Nein, jetzt ist Georgien noch nicht so weit, aber das kann sich ja ändern. Und wenn wir jemanden helfen können, auch nur einen kleinen Teil dieser Änderung zu bewirken: Warum nicht?

In diesem Sinne
Ihre Tierarztfrau

Muri auf Reisen, Teil 2

Nachdem wir Muri gefunden hatten, (siehe Muri, Teil 1) kontaktierten wir umgehend eins der Tierheime in Tiflis. Wir hatten geplant, sie dort abzugeben, damit sie einen Platz hat. Wir hatten noch 8 Tage Urlaub vor uns. Wir haben ein kleines Tierheim in Tiflis kontaktiert, das einen „no-kill-shelter“ betreibt, das bedeutet, es werden keine Hunde getötet, sondern ausschließlich vermittelt. Zum Tierheim erzähle ich im nächsten Teil mehr, aber wer sich schon mal informieren möchte: https://dog.org.ge/ .

Die Frau vor Ort informierte uns, dass Muri nicht direkt ins Tierheim könnte, da sie nicht geimpft sei. Die Chancen, dass die Kleine sich eine Krankheit holt, sind dann relativ hoch. Ob wir sie noch bis zum Abflug behalten könnten? Wir überlegten nicht lange und gingen erstmal weiteres Zubehör für Muri einkaufen. Wir klärten noch mit den Hotels ab, ob Muri erlaubt sei, wechselten eins deswegen und das war es dann. Muri würde mit uns reisen.

Wir fuhren von Borjomi nach Kazbegi, einmal längs durch Georgien:

Muri war nicht stubenrein, daher mussten wir gelegentlich anhalten und die Einlage wechseln, aber unser Fahrer hat das ganz geduldig mitgemacht.

Dann waren wir endlich in Stepanzminda. Und Muri war happy. Sie hatte ein warmes Körbchen, Spielzeug, gutes Futter und taute auf.

Aber noch lieber schlief sie hier:
Wir waren den ersten Tag ein paar Stunden wandern. Am zweiten Tag wollten wir eine Tagestour machen. Wir entschieden, dass der Weg durchs Truso-Tal prima für einen kleinen Hund im Rucksack zu bewältigen ist. Sie durfte zwischendurch mit uns flitzen, aber die meiste Zeit haben wir sie getragen:
Von Stepanzminda aus ging es dann weiter nach Tiflis. Die Hotelmitarbeiter freuten sich riesig über Muri und wollten sie gar nicht mehr hergeben. In der Zwischenzeit hatte jedoch unsere Freundin Simone signalisiert, dass die Familie einen Hund suchte und es musste Muri werden. Das war eine ganz neue Herausforderung, zu der komme ich aber später. Die Hotelmitarbeiter konnten Muri aber dementsprechend nicht behalten.

Wir gingen mit Muri im botanischen Garten spazieren, sie schlief im Körbchen, aber gelegentlich erwischten wir sie auch so:

In Tiflis selbst nahmen wir sie nicht mit, denn die Leiterin des Tierheims hatte uns gewarnt, dass die anderen Straßenhund zu viele Krankheiten für Muri übertragen könnten. Aber Muri war ganz zufrieden in ihrem Körbchen und mit unserer Action:

Hier noch ein Video von der kleinen Partybiene und beim nächsten Mal erzähle ich dann vom Tierheim in Tiflis.

Ihre Tierarztfrau

Muri auf Reisen, Teil 1

Wir waren bisher in einigen Ländern, in denen es Streuner gab. Wir waren also emotional vorbereitet, dachten wir. Aber dann sind wir nach Georgien gereist.

Die Situation vor Ort ist nicht schön Allein in der Hauptstadt leben 40.000 Streuner, die mehr oder weniger versorgt werden. Die Behörden versuchen, diese zu kastrieren und zu impfen, dann kommen sie wieder auf die Straße. Aber wenn einer verletzt ist oder krank wird, kümmert sich selten jemand.

Auf dem Land ist die Situation je nach Region unterschiedlich. In ländlichen Gegenden leben die Hunde als Hofhunde und gehören oft zu einer Familie. In ärmeren Städten leben die Hunde auf der Straße und kämpfen ums Überleben. Oft werden Hunde ausgesetzt. Jeder der Hunde ist begierig nach Futter, aber wenn man das gegeben hat, dann merkt man deutlich, dass auch Zuneigung fehlt. Alle schmiegen sich an einen ran und lassen sich ausgiebig kraulen. Dann einfach weiter zu gehen, ist herzzerreissend. Vor allem laufen die Hunde oft noch lange mit in der Hoffnung auf noch etwas Futter oder einfach Zugehörigkeit. Für mein Hundehalterherz war das extrem hart und ich habe manche Träne vergossen. Wir haben Futter verteilt und beschlossen, ein Tierheim vor Ort zu unterstützen.

Dann sind wir weiter durchs Land gereist. An einem Tag haben wir eine Tour gebucht von Bordschomi nach Vardzia. Vardzia ist eine Höhlenstadt aus dem 12. Jahrhundert. Auf dem Hinweg haben wir dann am Straßenrand einen Welpen gesehen. Allerdings haben wir erst gar nichts gemacht. Was sollten wir tun? Wir waren im Urlaub und die Situation schwierig. Aber mir ließ der Welpe keine Ruhe. Ich konnte den Hund nicht im Nirgendwo sitzen lassen. Wir haben hin und her diskutiert und schließlich beschlossen, sie einzusammeln. In Bordschomi gab es einen Tierarzt und danach würden wir den Welpen ins Tierheim bringen. Vielleicht nicht optimal, aber besser als an der Straße zu verhungern.

Hier haben wir Muri gefunden.

Auf dem Rückweg wusste unserer Führer noch, wo der Welpe sich befand, er hatte sie auch gesehen. Wir fanden die Stelle, ich hatte vorher Brot besorgt und wir gingen vorsichtig auf die Kleine zu. Sie lief nicht weg, aber schrie vor Angst, legte sich auf den Rücken und bepieselte sich.

Muri am Fundort

Wir boten ihr Brot an und wickelten sie dann in eine Handtuch ein. Die Kleine ergab sich in ihr Schicksal, was blieb ihr auch übrig. Wir nahmen sie mit und sie schlief direkt auf meinem Schoß ein.

Muri in Sicherheit

Wir besuchten dann den Tierarzt und Muri wurde entwurmt, sie bekam was gegen Flöhe und wurde insgesamt durchgecheckt. Das hat sie alles tapfer über sich ergehen lassen.

Muris erster Arztbesuch

Am Abend hat sie unser Führer mit zu sich genommen, denn unser Hotel erlaubte keine Hunde. Am nächsten Tag haben wir die weiteren Hotels kontaktiert und das Tierheim in Tiflis. Wir konnten Muri erstmal mitnehmen auf unserer weiteren Reise und darüber erzähle ich Ihnen dann im nächsten Teil.

Muri und Giorgi, unser Führer für die Tour nach Vardzia

Es bleibt spannend…

Ihre Tierarztfrau

Halt mal an

Der Satz, der meinen Mann das Fürchten lehrt: „Halt mal an.“ Denn dieser Satz fällt immer dann, wenn ich ein verletztes Tier auf der Straße sehe. Egal, wohin wir gerade fahren.

Das bedeutet, „Halt mal an“, wenn wir wie gestern Abend auf dem Weg zum Essengehen sind. Auf der Straße saß eine Taube und rührte sich nicht. Ich also aus dem Auto raus, Taube eingesammelt, an der Praxis vorbei gefahren, Taube erstversorgt und dann essen gegangen.

„Halt mal an“, als wir unsere Katze Mini unter einem Auto gefunden haben.

„Halt mal an“ als ich dachte, auf der Autobahn eine Katze gesehen zu haben. Nun gut, anhalten ging nicht, aber wir sind abgefahren, zurück gefahren, wieder ab und nochmal dran vorbei. Es war eine Tüte. Sah für mich aus wie eine Katze…

„Halt mal an“, als ich eine Taube im Gras an einer Böschung sah. Ich musste durch ziemlich viel Gestrüpp zur Taube kraxeln, die dann wegflog. Aber man weiß halt nie.

Und letztens hatte mein Mann seinen eigenen „Halt mal an“-Moment. Er war alleine auf der Autobahn unterwegs und meinte, in der Böschung etwas gesehen zu haben. Dann folgt das Wende-Manöver: Runter fahren, wieder drauf in die Gegenrichtung, wieder runter und nochmal dran vorbei. Es war ein Stück Gummi.

Aber genau so ein „Halt mal an“-Moment hat uns Murkel beschert. Eine Frau war auf der Autobahn unterwegs und hat beim Abfahren eine Bewegung gesehen. Sie fuhr also nochmal rum und blieb am Rand stehen (es war nachts und ruhig) und da hat sie eine kleine Katze gefunden. Sie hat ihn in die Klinik meines Mannes gebracht, der ihn über Nacht da behielt und am nächsten Morgen zog Murkel dann bei uns ein.

„Halt mal an“-Momente können also alles sein: Hirngespinste, anstregend, Zeit raubend, überraschend und schön, aber eines sind sie nie: überflüssig.

In diesem Sinne
Ihre anhaltende Tierarztfrau

Mein Job als …

(Was ist eigentlich mein Job?)

Morgens um 8 Uhr übernehme ich als „Praxismanagerin“ das Telefon, denn dann kommen die ersten Patienten für die OPs und am Empfang wird es kurz hektisch. Das mache ich im Büro und kann zwischendurch noch Rechnungen buchen oder den Wochenplan checken (passt die Länge der eingetragenen Termine? sollte etwas besser vorgezogen werden?). Ich schaue mir an, wie das Personal für die kommende Woche eingeteilt ist (den Plan macht Vanessa) und ganz selten tausche ich mal was aus.
Am Freitag ist beispielsweise die Sicherung rausgeflogen – ein Job für die „Hausmeisterin“. Ich musste erstmal herausfinden, welche Geräte woran hingen und welches Gerät es dementsprechend sein könnte. Es handelte sich um eine technische Anlage, für die wir jetzt auf einen Techniker warten. Zuvor hatte ich allerdings den Verdacht, dass es eine etwas zu volle Steckdosenleiste sei. Also bin ich nach Kessenich und habe zwei neue Steckdosenleisten besorgt und diese angeschlossen.
Dann ruft mein Mann mich zu einer Zahnsanierung. Der Bohrer lässt sich nicht aus dem Steckkopf entfernen. Alle sind gescheitert. Ich nehme die Zange und löse mit Geduld den Bohrer raus. (Ich vermute, der wäre bei jedem rausgegangen, der das als nächstes versucht hätte. Aber es ist schön, wenn alle glauben, ich könne das besser.)
Schließlich geht es wieder an den PC – die Stundenerfassung muss abgeglichen werden. Manchmal hängt sich die Zeiterfassung auf oder die Schulzeiten der Auszubildenden fehlen.

Die „Computerspezialistin“ wird immer dann gerufen, wenn etwas am Computer „nicht geht“. Zum Beispiel druckt der Computer nicht das angezeigte Blatt aus. Dann passiert immer, wirklich immer Folgendes: Ich drücke auf drucken und der Computer druckt. Ich gehe dann weg und rede von meinen „magic hands“. Ich glaube, in dem Moment bin ich nicht die beliebteste „Chefin“. 🙂

Das „Mädchen für alles“ springt immer dann ein, wenn irgendwo jemand gebraucht wird, zum Beispiel beim Festhalten eines Tieres oder wenn sich jemand um die Wäsche kümmern muss, weil alle anderen in der Behandlung sind. An einigen Tage habe ich reine Bürotage und schaffe ziemlich viel von meiner eigentlichen Arbeit (Steuer, Verwaltung, Organisation). An den Tagen, an denen ich Springer bin, ist das sehr unterschiedlich. Da nehme ich mir oft nur kleine Dinge vor, bei denen ich mich nicht besonders konzentrieren muss.

Ich habe viele Titel: Tierarztfrau, Praxismanagerin (offizieller Titel) die Frau vom Chef, Chefin, Frau Waldmann, Hausmeisterin (so nenne ich mich, mir fehlt nur noch der Blaumann und der Werkzeuggürtel), Mädchen für alles und besonders schön waren die Handwerker, die immer nur nach „der Frau“ gefragt haben, wenn sie Fragen hatten. („Wo ist denn die Frau?“)

Mein Lieblingstitel ist aber immer noch „Frauchen“ (von Odin, Elli, Murkel, Mini und den Schillinskis (unsere Schildkröten)).

In diesem Sinne
Ihre „suchen Sie sich gerne was aus“

Eine Hommage an meine Tiere – Murkel

Murkel ist unser erstes Tier überhaupt. Mein Mann und ich hatten unsere erste, gemeinsame Wohnung bezogen und er arbeitete in einer Tierklinik in Mönchengladbach. Eines Abends rief er mich an meinte: „Hör mal.“ Ich hörte ein kleines Miauen. „Ist das eine Katze?“ fragte ich ihn. „Genau, ein kleiner Kater.“ „Und was ist mit dem?“ „Der wurde gefunden und ich habe mich gefragt, ob wir den für zwei bis drei Tage nehmen könnten.“ Ich überlegte. „Wenn wir den für zwei bis drei Tage nehmen, dann behalten wir den doch eh.“ „Ja, super, alles klar“, Ansgar freute sich. „Moment, das war jetzt kein Vorschlag, sondern nur eine Vermutung“, zugegebenermaßen hatten wir schon länger über ein Haustier gesprochen, wollten aber keines, ohne dass wir einen Garten hätten. Aber nun war es eben so. So kam Murkel zu uns.

Murkel ist eigentlich kein Kater, sondern irgendwas zwischen Kater und Mensch. Er kann keine Vögel fangen, bei Mäusen bin ich mir auch nicht sicher. Aber er bringt die Spülschwämme der Nachbarn. Und er ist der absolute Chef und zwar von allen Tieren bei uns und in der Nachbarschaft. Es ist mir ein Rätsel, wie er das macht. Er kann Pfötchen geben und Sitz machen. Er liebt alle anderen Tiere, Katzen und Hunde. Es sei denn, diese mögen ihn nicht. Bis Mini bei uns eingezogen ist, lief er immer in sein altes Zuhause in Ippendorf zurück. Aber unsere Mini hat ihn geerdet (siehe Foto, Murkel ganz in schwarz, Mini schwarz-weiß).

Murkel liebt Futter und sein Herrchen. Frauchen ist auch gut, aber Herrchen ist der allerbeste. Wir lieben Murkel über alles (natürlich wie all unsere Tiere) und da er schon so lange bei uns ist, gibt es natürlich auch viele Geschichten über ihn (einige finden Sie in diesem Blog).

Murkel ist jetzt 12 Jahre und quasi „Scheckheft-gewartet“, damit er mindestens noch 12 weitere Jahre bei uns hat. Drücken Sie uns die Daumen!

Ihre Murkel-vernarrte Tierarztfrau

Balu, der Hütekater

Balu ist ein Kater. Balus Frauchen ist ein kleines Mädchen namens Amelie (Namen geändert), das gerne mit einem anderen Mädchen namens Sara (Namen geändert) spielt, das ich gut kenne. Die Mama hat mir nun diese nette Geschichte erzählt.

An einem Nachmittag besuchte Amelie Sara zum Spielen, im Schlepptau befand sich Balu. Balu wohnt eigentlich nur ein paar Straßen weiter. Er bliebt aber während des gesamten Spielenachmittags den beiden Mädchen an der Seite. Meine Freundin hat das mit Faszination beobachtet. Irgendwann hatten die Mädchen eine Badewanne mit Wasser gefüllt und wollten Balu baden. Ich wurde zwischenzeitlich immer per WhatsApp über den aktuellen Stand aufgeklärt. Ich empfahl für dies Unterfangen Jod und Pflaster zu organisieren. Die beiden überlegten es sich aber anders und badeten stattdessen ihre Füße.

Als Amelie dann abends nach Hause ging, zog auch Balu mit von dannen. Er hatte den ganzen Nachmittag auf sein Frauchen aufgepasst, gehütet quasi.

Und es geht noch weiter: Wenn die Familie spazieren geht, dann geht Balu natürlich mit. Allerdings ist ihm meistens der Rückweg zu weit, so dass er sich dann unten in den Kinderwagen legt und fahren lässt. Ein schlauer Kerl. Hauptsache dabei. Und die Familie hüten, fast wie ein Hütehund, ach ne – ein Hütekater!

In diesem Sinne
Ihre Tierarztfrau

Irgend so ein Olm

In Slowenien gibt es den Grottenolm. Und zwar nur hier. Er lebt zusätzlich noch in der Hermannshöhle in Deutschland und in Zagreb im Zoo – diese Olme stammen jedoch ursprünglich aus Slowenien. Denn der Olm lebt ausschließlichn unterirdisch im Karst. Eine Tropfsteinhöhle mit Zugang zu den Olmen befindet sich in Postojna. Mein Mann interessiert sich natürlich sehr für dieses faszinierende Tier: Grottenolme können bis zu 100 Jahre alt werden, kommt bis zu 12 Jahre ohne Nahrung aus, wird mit Augengeboren, später aber blind.

Nun waren wir in Slowenien im Wanderurlaub und hatten schon den Feuersalamander gesehen. Irgendwann sagte mein Mann zu mir, dass er den Grottenolm doch auch mal gerne sehen, die Fahrt aber 2 Stunden dauern würde. Ich wies ihn darauf hin, dass es keinen besseren Zeitpunkt als jetzt gäbe, näher kommen wir an den ursprünglichen Grottenolm nicht ran. Gesagt, getan – wir machten uns auf den Weg nach Postojna, um den Grottenolm zu sehen. Als wir dort ankamen, kauften wir zuerst Grottenolm-Merchandise-Artikel. Man muss sich ja einstimmen… Dann ging es los: Mit einer englisch-sprachigen Gruppe von rund 20 Personen fuhren wir mit einer kleinen Bahn in die Tropfstienhöhle. Die Höhle ist riesig und die Fahrt dauerte ca 20 Minuten. Danach wanderten wir noch ca 20 Minuten durch die Höhle, bis wir schließlich am Terrarium des Olms ankamen. Live in der Höhle kann man diesen nicht betrachten, aber es werden immer ein paar Exemplare in einem Terrarium gehalten für die Touristen. Es wird vor Ort aber sehr darauf geachtet, dass alle ruhig sind, keiner mit Blitz fotografiert oder gar an die Scheiben klopft.

Wir waren sehr aufgeregt – endlich sollten wir den Olm sehen. Für uns war das ein bisschen wie ein Auftritt von einem unserer Lieblingsmusiker. Der Touristenführer erklärte gerade die Besonderheiten des Olms, da stand ein Pärchen neben mir. Fragt der eine den anderen: „Wat is da los?“ Meint der andere trocken: „Irgend so ein Olm, der 100 Jahre alt wird.“ Ich wusste nicht, wohin mit meiner Empörung – was für ein Banause. „Irgend so ein Olm“. Ich wollte mich schon aufregen, als mein Mann meine Hand nahm und wir endlich an der Reihe waren, den Grottenolm anzuschauen. Natürlich war so ein kleines Tier vom Aussehen nicht besonders beeindruckend, aber wir waren zufrieden. Wir hatten nicht nur den Feuersalamander im Urlaub gesehen, sondern auch „irgend so einen Olm“.

In diesem Sinne
Ihre Höhlen-wandernde Tierarztfrau

Eine Hommage an meine Tiere – Elli

In der kommenden Zeit werden Sie immer mal wieder erfahren, warum ich jedes einzelne unserer Tiere so liebe. Ich fange mit Elli an.

Elli ist ein Mischlings-Hundemädchen, die wir aus dem Tierheim Bonn übernommen haben. Elli ist ein unglaublich dickköpfiger Hund mit einem riesengroßen Herzen.

• Elli frisst alles, was sie findet.
• Elli liebt Kinder.
• Wenn sie sich freut, reißt sie ihr Maul auf und zeigt allen ihre Zähne. Sieht gruselig aus, ist aber lieb gemeint.
• Sie hasst Mopedfahrer und liebt Busfahren.
• Wenn sie außer sich ist vor Freude, jault sie laut.
• Sie mag bestimmte Wege nicht, wir haben keine Ahnung, warum.
• Elli liegt auf Partys in der Mitte des Raums und es ist immer mindestens ein Kind bei ihr, das sie streichelt.
• Elli liebt Bäche.
• Sie flippt aus, wenn sie ihr Urlaubsherrchen sieht (der Hundetrainer, der sie während unseres Urlaubs betreut).
• Elli mag Erdbeeren sehr gerne, dann macht sie ganz spitze Lippen und genießt.

Wegen all dieser Eigenschaften und noch 1.000 mehr liebe ich Elli ganz besonders. Sie ist ein toller Hund, die mich manchmal zur Weißglut treibt. Aber dann wedelt sie wieder vorsichtig mit ihrem abgeschnittenen Hundeschwänzchen und ich bin ganz gerührt. Unser Mädchen!

In diesem Sinne
Ihre Elli-verliebte Tierarztfrau

Der Feuersalamander

2020 waren wir in Slowenien im Urlaub. Wir wandern gerne und das Land ist absolut fantastisch dafür. Wir haben drei Stationen ausgesucht, eine ziemlich abgelegen auf dem Land. Nachdem wir von Maribor aus fast da waren, aber mittlerweile 10 Minuten über eine Schotterpiste fuhren, fragten wir uns schon, ob wir noch richtig waren. Aber siehe da: Die Pension in Polzela war genauso schön, wie sie im Internet präsentiert wurde und absolut idyllisch.

Was war aber nun das Besondere an der Unterkunft? Unser vorletzter Tag war ein warmer Sommertag, als es gegen Abend anfing zu regnen. Am letzten Morgen gegen 6 Uhr ließ ich den Pudel zum Pieseln auf die Wiese vor dem Haus und was sah ich da: einen Feuersalamander. Seit Jahren versucht mein Mann schon, diese Amphibie hier bei uns in Deutschland zu finden. Es gibt sie, aber es braucht bestimmte Wetterbedingungen und Umgebung, um sie hervor zu locken. Ich stand also im Pyjama vor der Tür und rief eindringlich: „Ansgar, Du musst sofort kommen.“ Natürlich nicht zu laut, ich wusste ja nicht, auf was so ein Tier reagiert und sich verzieht. Aber mein Mann war schnell genug und endlich, endlich sah er einen Feuersalamander in Natur. Und es kam noch besser.

Bei der Verabschiedung erzählte ich unserem Gastwirt von dem Erlebnis am Morgen. Er blickte uns amüsiert an und meinte, dass in dem Wald drum herum alles voll wäre von denen, vor allem nach einem Regen. Wir haben uns also umgehend auf den Weg gemacht, um dieses Naturwunder zu bestaunen. Und tatsächlich sahen wir so viele Feuersalamender, dass es uns noch Tage beschäftigt hat. Ein unglaubliches Erlebnis!