Maulkorb

Heute schreibe ich ein Plädoyer für den Maulkorb. Folgende Geschichten haben wir erlebt:

  • Ein Hund kommt als Patient in die Praxis. Die Besitzerin erzählt, der habe sie und ihr Kind bereits gebissen. Sie hat keinen Maulkorb für den Hund und findet es auch schlimm, dass wir dem Hund einen anziehen wollen.
  • Ein Hund reißt sich von der Halterin los, gräbt sich unter einem Zaun durch und reißt drei Hühner, bei dem vierten gelingt es unserer Tierärztin (es waren ihre Hühner), es ihm aus dem Maul zu ziehen. Vorher hat er bereits eine Inline-Skaterin gebissen und weitere Vögel getötet.
  • Eine Tierhalterin hat einen Hund, der schnappt. Sie hat immer einen Maulkorb dabei, der auch noch ganz süß aussieht. Sie kennt alle Situationen, die schwierig sind und zieht souverän ihrem Liebling den Maulkorb an.

Wer ist Ihnen am sympathischsten? Natürlich die vernünftige Halterin, die ihrem Hund den Maulkorb anzieht und so sich und andere schützt. Und wenn es Ihr eigener Hund wäre? Wie empfinden Sie es, wenn Sie Ihrem Liebling einen Maulkorb anziehen müssten? Manche schämen sich, einige halten es für übertrieben, wieder andere denken, dass sie versagen, wenn sie ihren Hund nicht im Griff haben. Aber in so einer Situation darf nur eine Regel gelten: der Schutz Fremder und der eigene Schutz. Und wenn Sie dann vielleicht den ein oder anderen Blick abbekommen wegen des vermeintlichen „Kampfhundes“ an Ihrer Leine, kann Ihnen das egal sein, Sie zeigen Verantwortung. Da dürfen Sie stolz drauf sein, denn mit Maulkorb würden die Hühner noch leben, es wäre kein Kind gebissen worden und auch die Inline-Skaterin hätte nicht ins Krankenhaus gemusst.

Wenn Sie also mit Ihrem Hund mit Maulkorb in unsere Praxis kommen, dann können Sie sicher sein, dass ich Ihnen innerlich applaudiere!

In diesem Sine
Ihre moralische Tierarztfrau