Der Henriette-Hype

Letztens bin ich die Facebook-Beiträge der letzten Zeit durchgegangen. Dabei ist mir wieder der Henriette-Post in die Finger gefallen. Falls jemand den Post nicht kennt, es ging um zwei Igel, die vom Rasenmäher-Roboter verletzt wurden. Der eine hat es geschafft, der andere nicht. Ich habe ein kleines Statement veröffentlicht und gebeten, dass die Besitzer von Rasenmäher-Robotern, diese nicht mehr nachts laufen lassen. Das war an einem Dienstag-Abend.
Als wir am nächsten Morgen zur Arbeit kamen, fragte unsere TFA mich, ob ich gesehen hätte, was mit dem Beitrag passiert sei? Ich verneinte. Sie meinte nur, ich sollte mal schauen. Ich öffnete Facebook und bereits 11 Tausend Menschen hatten diesen gesehen. Es gab 100 Kommentare. Man konnte dabei zusehen, wie sich der Beitrag verbreitete, es gab kein Halten. Die letztliche Zahl waren dann über 3 Millionen Menschen, die den Beitrag gesehen haben. Es gab über 650 Tausend Interaktion und 1.300 Kommentare.
Und dann kam die Presse. Mein Mann steht nicht besonders gern im Rampenlicht, aber was sollte er tun? Schließlich ging es um den guten Zweck. Je mehr Menschen ihren Rasenmäherroboter nicht nachts laufen lassen, um so besser. Der WDR kam, der Generalanzeiger, Sat1 und RTL, jeweils lokal. Und als es schließlich ruhiger wurde und mein Mann fast erleichtert war, klingelte noch die London Times an. Das fand er dann so lustig, dass das eines der wenigen Interviews war, die er gerne gemacht hat.
Die ganze Geschichte ist jetzt über ein Jahr später immer noch absolut unglaublich. Was muss dafür alles passen, dass ein Beitrag so erfolgreich ist? Die Zeit, der Text, die Aufmerksamkeit der Menschen – planen kann man das nicht. Und wenn man sich jetzt vorstellt, das wäre etwas negatives gewesen – da haben wir uns ein wenig gegruselt.
Was das Ergebnis davon war? Ich habe in Bonn eine kleine Igelstation gegründet und sie Igelstation „Henriette“ genannt. Ich ermahne immer noch jeden, keinen Rasenmäherroboter nachts laufen zu lassen. Manchmal darf ich das in Funk und Fernsehen tun (lokal), aber auf 3 Millionen aufmerksame Menschen komme ich dabei nicht.

In diesem Sinne
Ihre Igel-& Tierarztfrau