„Den krieg ich – ganz sicher“

Heute habe ich eine Gastautorin: Frau Rooke war so nett, mir drei Geschichten von Ihren Hunden zu schicken, die ich gerne veröffentliche. Hier kommt die erste:

„Unser erster Hund war ein sehr kecker und gewiefter Foxterrier namens Moritz. Wir wollten einen Terrier adoptieren, da mein Mann früher einen hatte (einen Bedlington, die heute selten geworden sind) und fanden Moritz im Tierheim Bochum. Er war ein an allem interessierter und lebhafter Hund mit eineinhalb Ohren (Wo das fehlende halbe Ohr abgeblieben war, haben wir nie herausgefunden.)

Garden May 08 004

Eines Tages machten wir einen langen Spaziergang im bergischen Land und stießen auf einen Teich. Darauf schwammen zwei Schwäne. Moritz stürzte sich hinein und versuchte die Schwäne zu verfolgen. Ich sage bewusst ‚versuchte‘. Die Schwäne standen nämlich über der Sache. Sie schwammen weiter und flogen kurz hoch, wenn Moritz zu nahe kam, um sich ein Stück weiter wieder auf der Wasseroberfläche niederzulassen. Moritz gab nicht auf. Er schwamm hinter ihnen her, immer im Kreis auf dem Teich. Zum Glück waren die Schwäne nicht aggressiv. Trotzdem schien das Ganze schlecht zu enden. Moritz schien nämlich nach etwa dreißig Minuten recht müde zu werden – und so lange hatten, wir –  mein Mann, ich und unser Sohn (damals etwa 25 Jahre alt) – am Rand des Teichs gestanden und ihn mit Zuruf aus dem Wasser zu locken versucht. (Er dachte bestimmt: „Den krieg ich, er ist schon fast müde“ – Anmerkung der Tierarztfrau) Als unser Hund nur noch langsame Bewegungen machte, aber trotzdem keine Anstalten ans Ufer zu kommen, entschloss sich unser Sohn ins Wasser zu springen um ihn herauszuholen. Und zwei Minuten später erschienen beide am Ufer, von Kopf bis Fuß bzw. bis Pfoten grün von den Algen des Teichs und stinkend, so dass mein Mann und ich sofort einige Schritte zurück gemacht haben. Aber es half alles nichts, da keine Reinigungsmöglichkeiten in Sicht waren, wurden beide, so wie sie waren ins Auto geladen und nach Hause gefahren. Das Auto roch noch nach Wochen ganz fürchterlich – oder lag es an uns, die den Geruch nicht aus der Nase bekommen konnten?

Ich hoffe, Ihnen hat diese Geschichte gut gefallen. Es kommen diese Woche noch zwei weitere. Bleiben Sie gespannt.

In diesem Sinne
Ihre Tierarztfrau