Irgend so ein Olm

In Slowenien gibt es den Grottenolm. Und zwar nur hier. Er lebt zusätzlich noch in der Hermannshöhle in Deutschland und in Zagreb im Zoo – diese Olme stammen jedoch ursprünglich aus Slowenien. Denn der Olm lebt ausschließlichn unterirdisch im Karst. Eine Tropfsteinhöhle mit Zugang zu den Olmen befindet sich in Postojna. Mein Mann interessiert sich natürlich sehr für dieses faszinierende Tier: Grottenolme können bis zu 100 Jahre alt werden, kommt bis zu 12 Jahre ohne Nahrung aus, wird mit Augengeboren, später aber blind.

Nun waren wir in Slowenien im Wanderurlaub und hatten schon den Feuersalamander gesehen. Irgendwann sagte mein Mann zu mir, dass er den Grottenolm doch auch mal gerne sehen, die Fahrt aber 2 Stunden dauern würde. Ich wies ihn darauf hin, dass es keinen besseren Zeitpunkt als jetzt gäbe, näher kommen wir an den ursprünglichen Grottenolm nicht ran. Gesagt, getan – wir machten uns auf den Weg nach Postojna, um den Grottenolm zu sehen. Als wir dort ankamen, kauften wir zuerst Grottenolm-Merchandise-Artikel. Man muss sich ja einstimmen… Dann ging es los: Mit einer englisch-sprachigen Gruppe von rund 20 Personen fuhren wir mit einer kleinen Bahn in die Tropfstienhöhle. Die Höhle ist riesig und die Fahrt dauerte ca 20 Minuten. Danach wanderten wir noch ca 20 Minuten durch die Höhle, bis wir schließlich am Terrarium des Olms ankamen. Live in der Höhle kann man diesen nicht betrachten, aber es werden immer ein paar Exemplare in einem Terrarium gehalten für die Touristen. Es wird vor Ort aber sehr darauf geachtet, dass alle ruhig sind, keiner mit Blitz fotografiert oder gar an die Scheiben klopft.

Wir waren sehr aufgeregt – endlich sollten wir den Olm sehen. Für uns war das ein bisschen wie ein Auftritt von einem unserer Lieblingsmusiker. Der Touristenführer erklärte gerade die Besonderheiten des Olms, da stand ein Pärchen neben mir. Fragt der eine den anderen: „Wat is da los?“ Meint der andere trocken: „Irgend so ein Olm, der 100 Jahre alt wird.“ Ich wusste nicht, wohin mit meiner Empörung – was für ein Banause. „Irgend so ein Olm“. Ich wollte mich schon aufregen, als mein Mann meine Hand nahm und wir endlich an der Reihe waren, den Grottenolm anzuschauen. Natürlich war so ein kleines Tier vom Aussehen nicht besonders beeindruckend, aber wir waren zufrieden. Wir hatten nicht nur den Feuersalamander im Urlaub gesehen, sondern auch „irgend so einen Olm“.

In diesem Sinne
Ihre Höhlen-wandernde Tierarztfrau