Mein Job als …

(Was ist eigentlich mein Job?)

Morgens um 8 Uhr übernehme ich als „Praxismanagerin“ das Telefon, denn dann kommen die ersten Patienten für die OPs und am Empfang wird es kurz hektisch. Das mache ich im Büro und kann zwischendurch noch Rechnungen buchen oder den Wochenplan checken (passt die Länge der eingetragenen Termine? sollte etwas besser vorgezogen werden?). Ich schaue mir an, wie das Personal für die kommende Woche eingeteilt ist (den Plan macht Vanessa) und ganz selten tausche ich mal was aus.
Am Freitag ist beispielsweise die Sicherung rausgeflogen – ein Job für die „Hausmeisterin“. Ich musste erstmal herausfinden, welche Geräte woran hingen und welches Gerät es dementsprechend sein könnte. Es handelte sich um eine technische Anlage, für die wir jetzt auf einen Techniker warten. Zuvor hatte ich allerdings den Verdacht, dass es eine etwas zu volle Steckdosenleiste sei. Also bin ich nach Kessenich und habe zwei neue Steckdosenleisten besorgt und diese angeschlossen.
Dann ruft mein Mann mich zu einer Zahnsanierung. Der Bohrer lässt sich nicht aus dem Steckkopf entfernen. Alle sind gescheitert. Ich nehme die Zange und löse mit Geduld den Bohrer raus. (Ich vermute, der wäre bei jedem rausgegangen, der das als nächstes versucht hätte. Aber es ist schön, wenn alle glauben, ich könne das besser.)
Schließlich geht es wieder an den PC – die Stundenerfassung muss abgeglichen werden. Manchmal hängt sich die Zeiterfassung auf oder die Schulzeiten der Auszubildenden fehlen.

Die „Computerspezialistin“ wird immer dann gerufen, wenn etwas am Computer „nicht geht“. Zum Beispiel druckt der Computer nicht das angezeigte Blatt aus. Dann passiert immer, wirklich immer Folgendes: Ich drücke auf drucken und der Computer druckt. Ich gehe dann weg und rede von meinen „magic hands“. Ich glaube, in dem Moment bin ich nicht die beliebteste „Chefin“. 🙂

Das „Mädchen für alles“ springt immer dann ein, wenn irgendwo jemand gebraucht wird, zum Beispiel beim Festhalten eines Tieres oder wenn sich jemand um die Wäsche kümmern muss, weil alle anderen in der Behandlung sind. An einigen Tage habe ich reine Bürotage und schaffe ziemlich viel von meiner eigentlichen Arbeit (Steuer, Verwaltung, Organisation). An den Tagen, an denen ich Springer bin, ist das sehr unterschiedlich. Da nehme ich mir oft nur kleine Dinge vor, bei denen ich mich nicht besonders konzentrieren muss.

Ich habe viele Titel: Tierarztfrau, Praxismanagerin (offizieller Titel) die Frau vom Chef, Chefin, Frau Waldmann, Hausmeisterin (so nenne ich mich, mir fehlt nur noch der Blaumann und der Werkzeuggürtel), Mädchen für alles und besonders schön waren die Handwerker, die immer nur nach „der Frau“ gefragt haben, wenn sie Fragen hatten. („Wo ist denn die Frau?“)

Mein Lieblingstitel ist aber immer noch „Frauchen“ (von Odin, Elli, Murkel, Mini und den Schillinskis (unsere Schildkröten)).

In diesem Sinne
Ihre „suchen Sie sich gerne was aus“

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