Muri auf Reisen, Teil 1

Wir waren bisher in einigen Ländern, in denen es Streuner gab. Wir waren also emotional vorbereitet, dachten wir. Aber dann sind wir nach Georgien gereist.

Die Situation vor Ort ist nicht schön Allein in der Hauptstadt leben 40.000 Streuner, die mehr oder weniger versorgt werden. Die Behörden versuchen, diese zu kastrieren und zu impfen, dann kommen sie wieder auf die Straße. Aber wenn einer verletzt ist oder krank wird, kümmert sich selten jemand.

Auf dem Land ist die Situation je nach Region unterschiedlich. In ländlichen Gegenden leben die Hunde als Hofhunde und gehören oft zu einer Familie. In ärmeren Städten leben die Hunde auf der Straße und kämpfen ums Überleben. Oft werden Hunde ausgesetzt. Jeder der Hunde ist begierig nach Futter, aber wenn man das gegeben hat, dann merkt man deutlich, dass auch Zuneigung fehlt. Alle schmiegen sich an einen ran und lassen sich ausgiebig kraulen. Dann einfach weiter zu gehen, ist herzzerreissend. Vor allem laufen die Hunde oft noch lange mit in der Hoffnung auf noch etwas Futter oder einfach Zugehörigkeit. Für mein Hundehalterherz war das extrem hart und ich habe manche Träne vergossen. Wir haben Futter verteilt und beschlossen, ein Tierheim vor Ort zu unterstützen.

Dann sind wir weiter durchs Land gereist. An einem Tag haben wir eine Tour gebucht von Bordschomi nach Vardzia. Vardzia ist eine Höhlenstadt aus dem 12. Jahrhundert. Auf dem Hinweg haben wir dann am Straßenrand einen Welpen gesehen. Allerdings haben wir erst gar nichts gemacht. Was sollten wir tun? Wir waren im Urlaub und die Situation schwierig. Aber mir ließ der Welpe keine Ruhe. Ich konnte den Hund nicht im Nirgendwo sitzen lassen. Wir haben hin und her diskutiert und schließlich beschlossen, sie einzusammeln. In Bordschomi gab es einen Tierarzt und danach würden wir den Welpen ins Tierheim bringen. Vielleicht nicht optimal, aber besser als an der Straße zu verhungern.

Hier haben wir Muri gefunden.

Auf dem Rückweg wusste unserer Führer noch, wo der Welpe sich befand, er hatte sie auch gesehen. Wir fanden die Stelle, ich hatte vorher Brot besorgt und wir gingen vorsichtig auf die Kleine zu. Sie lief nicht weg, aber schrie vor Angst, legte sich auf den Rücken und bepieselte sich.

Muri am Fundort

Wir boten ihr Brot an und wickelten sie dann in eine Handtuch ein. Die Kleine ergab sich in ihr Schicksal, was blieb ihr auch übrig. Wir nahmen sie mit und sie schlief direkt auf meinem Schoß ein.

Muri in Sicherheit

Wir besuchten dann den Tierarzt und Muri wurde entwurmt, sie bekam was gegen Flöhe und wurde insgesamt durchgecheckt. Das hat sie alles tapfer über sich ergehen lassen.

Muris erster Arztbesuch

Am Abend hat sie unser Führer mit zu sich genommen, denn unser Hotel erlaubte keine Hunde. Am nächsten Tag haben wir die weiteren Hotels kontaktiert und das Tierheim in Tiflis. Wir konnten Muri erstmal mitnehmen auf unserer weiteren Reise und darüber erzähle ich Ihnen dann im nächsten Teil.

Muri und Giorgi, unser Führer für die Tour nach Vardzia

Es bleibt spannend…

Ihre Tierarztfrau

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