Friedhof der Kuscheltiere

Liebe Leser,

eigentlich wollte ich mit der Muri-Geschichte weiter machen, aber am Wochenende hat mir ein Freund eine so skurile Geschichte erzählt, dass ich sie heute mit Ihnen teilen möchte.

Manfred (Name geändert) und seine Schwester hatten zwei Katzen. Beide Katzen waren Freigänger. An einem Nachmittag, als Manfred gerade an einem Moped rumschraubte, kam rufend sein Nachbar zu ihm. Die Katze war überfahren worden. Manfred und der Nachbar rannten auf die Straße, die Katze lebte noch. Manfred packte die Katze ein, der Nachbar fuhr ihn zum Tierarzt. Doch jede Hilfe kam zu spät – die Katze war auf der Fahrt verstorben.

Als Manfred wieder zuhause war, begrub er mit seinen Eltern die Katze im Garten. Die Schwester, der die Katze eigentlich gehörte, war noch nicht daheim. Als sie schließlich in die Werkstatt kam, um Manfred zu begrüßen, sagte er nichts über den Tod ihrer Katze, das wollte er lieber den Eltern überlassen. Er redete mit seiner Schwester über den Tag. Da kam plötzlich die Katze der Schwester um die Ecke. Manfred traute seinen Augen nicht. Er stand wortlos auf und ging in den Garten, um zu schauen, ob das Loch wirklich zugeschaufelt war. Nur zu gut stand ihm der Film „Friedhof der Kuscheltiere“ vor Augen. (zur Info für die, die den Film nicht kennen: Es ist eine Geschichte von Stephen King, in der unter anderem eine Katze auf heiligem Boden vergraben wird und dann – natürlich nicht zum Guten – wieder aufersteht) Das Loch war aber zu.

Sie hatten die falsche Katze begraben. In all dem Stress hatte er nicht darauf geachtet, ob es wirklich eine seiner Katzen war. Sie war auch schwarz weiß, aber mehr hatte er nicht in Erinnrung. Er hat nie herausgefunden, wem die Katze gehörte. Die beiden Familienkatzen sind sehr alt geworden und nicht überfahren worden.

Freitag berichte ich dann wieder von Muri.

Ihre Tierarztfrau